MPU - medizinisch-psychologische Untersuchung

MPU

 

Die MPU besteht aus einem medizinischen und einem psychologischen Teil. Dabei bereitet das Gespräch mit dem Psychologen oft besondere Schwierigkeiten. Der Verkehrspsychologe der Begutachtungsstelle soll eine für die Fahrerlaubnisbehörde nachvollziehbare Prognose abgeben, ob künftig entweder das Führen von Kraftfahrzeugen und der Genuss von einschränkenden Suchtmitteln strikt getrennt werden (z.B. Alkohol, THC, etc. - §§ 46 Abs.3, 11, 13, 14 FeV) oder Kraftfahrzeuge unter Einhaltung der verkehrsrechtlichen Vorschriften geführt werden (§ 4 Abs.10 StVG) - je nach Gutachtenanlass.

Diesen Anlass bestimmt die Fahrerlaubnisbehörde - in Hamburg der Landesbetrieb Verkehr (LBV) - in der entsprechenden Anordnung. Gerichte oder Staatsanwaltschaften haben damit nichts zu tun. Es handelt sich um eine Untersuchungsmaßnahme in einem Verwaltungsverfahren. Diese Anordnung wird Ihnen zugestellt und unterliegt keinem Rechtsbehelf. Sie kann nach einem Bußgeldverfahren oder nach einem Strafverfahren folgen, sie kann auch durch Feststellungen außerhalb dieser Verfahren veranlasst worden sein.

Der Psychologe muss seine Prognose verantworten, dementsprechend überzeugt muss er von seiner Meinung sein und diese in dem Gutachten begründen. Er muss aber nicht die Selbsteinschätzung des Probanden (also Ihre Selbsteinschätzung) übernehmen, auch nicht dann, wenn er dem Probanden nicht deren Gegenteil beweisen kann. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit für den Probanden, den Psychologen in dem Gespräch zu überzeugen. In einigen Situationen muss er dafür Tatsachen berichten und belegen, die diese Überzeugung erreichen können.

Solche Tatsachen müssen häufig erst geschaffen werden. Deshalb kann nicht einfach abgewartet werden, wenn eine MPU droht - auch wenn diese erst viel später angeordnet werden wird. Was Sie sofort unternehmen können und vielleicht sogar müssen, erfahren Sie von einem qualifizierten Verkehrspsychologen oder von Ihrem Verkehrsrechtsanwalt. Eine erste Beratung bei mir erstreckt sich gewöhnlich über etwa eine Stunde. Dazu bringen Sie bitte das Anordnungsschreiben der Fahrerlaubnisbehörde und den Bußgeldbescheid oder die strafrechtliche Gerichtsentscheidung (Urteil oder Strafbefehl) mit.